In Bildern: Die Eröffnung von Der Diwan – Arabisches Kulturhaus Berlin
Es war ein Abend, der Geschichte schrieb – zumindest für die Kulturbeziehungen zwischen der arabischen Welt und Deutschland. Als die Türen der prachtvollen Villa Calé in Berlin-Zehlendorf an jenem Dezemberabend 2017 weit aufgeschwungen wurden, empfing das arabische Kulturhaus Der Divan seine ersten Gäste. Diplomaten, Künstlerinnen und Künstler, Kulturschaffende und Neugierige kamen zusammen, um einen Ort zu feiern, der in seiner Idee so viel mehr sein soll als nur ein Gebäude.
Ein Haus mit Geschichte – die Villa Calé
Schon das Gebäude selbst erzählt eine Geschichte. Die Villa Calé, erbaut zwischen 1904 und 1907 im neoklassizistischen Stil für den Verleger Franz Calé, liegt eingebettet in den grünen Südwesten Berlins. Seit 1997 im Besitz des Emirats Katar, wurde das Anwesen mit seinem weitläufigen Grundstück über Jahre behutsam saniert – bis es schließlich seiner neuen Bestimmung übergeben werden konnte.
Die Bilder der Eröffnung zeigen eine Villa, die trotz ihrer langen Geschichte frisch und einladend wirkt: helle Säulen, gepflegter Eingangsbereich, und dazwischen Gäste in Abendkleidung und Diplomatenanzügen, die sich auf dem Vorplatz drängen. Die Atmosphäre: feierlich, aber herzlich.
Zwei Außenminister, ein gemeinsames Signal
Das Herzstück des Abends waren die Eröffnungsreden. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und sein katarischer Amtskollege Mohammed Bin Abdulrahman Al Thani gaben gemeinsam das offizielle Startsignal für den Diwan. Ein starkes Bild: zwei Minister, zwei Kulturen, eine Bühne.
Das Grußwort von Außenminister Gabriel betonte die Bedeutung des Kulturhauses als Brücke zwischen Orient und Okzident – und unterstrich damit den politischen Rückhalt, den das Projekt von Anfang an genoss. Für Katar war es ein besonderer Moment: Der Divan ist das erste Kulturzentrum des Emirats außerhalb seiner eigenen Grenzen.
Auf den Fotografien dieser Szene ist zu sehen, wie beide Politiker nach ihren Reden miteinander ins Gespräch kommen. Keine steife Protokollgeste, sondern ein echter Austausch. Genau das sollte der Abend symbolisieren.
Der Name als Programm
Wer den Namen des Hauses kennt, versteht die Tiefe dahinter sofort. Der Divan – inspiriert von Johann Wolfgang von Goethes berühmter Gedichtsammlung West-östlicher Divan aus dem Jahr 1819 – steht für die Idee des produktiven Dialogs zwischen den Kulturen. Goethe ließ sich von persischer Lyrik begeistern und schuf daraus etwas zutiefst Eigenes. Genau dieser Geist soll im Zehlendorfer Kulturhaus weiterleben.
Dieser Anspruch war bei der Eröffnungsfeier überall spürbar: in den Darbietungen arabischer Musiker, in den Exponaten der ersten Ausstellung, in den mehrsprachigen Gesprächen, die sich durch die Räume zogen.
Kulturelle Darbietungen: Musik, Sprache, Begegnung
Besonders eindrucksvoll gestaltete sich der kulturelle Teil des Abends. Musiker aus der arabischen Welt füllten die Räume der Villa mit Klängen, die für viele Gäste fremd und faszinierend zugleich waren. Zwischen den Instrumentalstücken gab es Rezitationen arabischer Poesie – teils im Original, teils in deutscher Übersetzung.
Die Bilder aus dem Inneren zeigen vollbesetzte Stuhlreihen, aufmerksame Gesichter, vereinzelte Gäste, die Wörter mitschreiben oder einfach still zuhören. Ein Raum, der schweigt, um zu verstehen – das ist vielleicht das schönste Bild eines gelungenen Kulturabends.
Was der Divan verspricht
Mit dem Abend begann auch ein Versprechen. Das Kulturhaus hat sich vorgenommen, arabische Kultur in all ihren Facetten nach Deutschland zu bringen: Kunst, Musik, Literatur, Film, Sprache und Performing Arts – das Programm soll breit und lebendig sein. Nicht Museum, sondern lebendiger Treffpunkt.
Wie die Bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Katar zeigen, geht es dabei längst nicht nur um Symbolpolitik: Wissenschaftskooperationen, Bildungsprojekte, gemeinsame archäologische Unternehmungen – das Fundament für echten Austausch liegt schon lange. Der Divan setzt obendrauf, was bislang fehlte: einen sichtbaren, offenen, kulturellen Ort mitten in der deutschen Hauptstadt.
Ein Abend, der nachhallt
Die Eröffnung des Divan war kein einmaliges Ereignis, sondern ein Anfang. Wer die Bilder des Abends betrachtet – die vollen Räume, die leuchtenden Augen der Gäste, die gemeinsamen Gespräche an der Buffettheke –, sieht nicht nur eine Feier. Man sieht die Hoffnung, die hinter einem Ort steckt, der sagt: Zwischen uns gibt es mehr Gemeinsames als Trennendes. Und wir haben jetzt einen Raum, das zu zeigen.
Berlin hat mit dem Divan in Zehlendorf ein arabisches Kulturhaus bekommen, das es so in Deutschland bisher nicht gab. Dass es ausgerechnet in einer historischen Villa am Rande der Stadt entstanden ist, macht seinen Charme nur größer.
Weiterführende Links: