Wirtschaft von Katar


Wegen seiner Öl- und Gasvorkommen gilt Katar als eines der wohlhabendsten Länder der Welt. Die Regierung fördert ein kontrolliertes Wirtschaftswachstum, das der Größe des Landes entspricht und ökologisch nachhaltig ist. Bildung und Umweltfreundlichkeit nehmen gemäß der „Qatar National Vision 2030“ einen zunehmend größeren Stellenwert in Katars Entwicklung ein, ergänzend zu fossilen Brennstoffen.
International ist Katar ein enger und verlässlicher Partner vieler Europäischer Staaten und beteiligt sich über die „Qatar Investment Authority“ an diversen internationalen Unternehmen.
Die wichtigsten Einkommensquellen sind Öl, Erdgas, Dünger und petrochemische Industriegüter. 2004 lag das Bruttoinlandsprodukt bei 20%. 0,2% davon erwirtschaftete die Agrarindustrie, 62,2% die sonstige Industrie und der Dienstleistungssektor 37,6%. 2001 waren 2% der Gesamtarbeitskraft im Agrarbereich tätig, 38% in der Industrie und 60% im Dienstleistungssektor. Die Inflation betrug 2005 durchschnittlich 4,5%.
Öl und Treibstoff bilden mehr als 93% von Katars Export, gefolgt von Petrochemischen Gütern und Fabrikware. Japan ist der größte Einzelimporteur von Rohöl aus Katar, China und Indien sind die größten Abnehmer von Düngemitteln und Petrochemie.

Wirtschaft Katar

Bruttoinlandsprodukt

34,4 Milliarden Dollar

Pro-Kopf-Einkommen

63.000 Dollar pro Jahr

Am meisten importiert

Maschinen und technische Ausrüstung, Nahrungsmittel, chemische Produkte

Am meisten exportiert

Öl, Gas, Petrochemie, Düngemittel


Beteiligungen

Katar gilt als ausgezeichnete Investitionsumgebung. Diesen Ruf verdankt es seiner klaren und verständlichen Beteiligungsgesetze, der Investitionsanreize, der sozialen und politischen Stabilität, guter und stabiler Beziehungen zu anderen Staaten in der Region sowie der strategischen geografischen Lage. Um die wirtschaftlichen Entwicklung weiter positiv zu gestalten, nutzt Katar flexible Wirtschaftsstrategien, die lokale und ausländische Förderungen unterstützen. Dies schließt eine gut entwickelte Infrastruktur, nominelle Pachtpreise in Industriegebieten sowie Gebührenfreiheit auf importierte Maschinen ein.
Katars Wirtschaftsgesetze sorgen für eine attraktive Investitionsumgebung für ausländische Investoren und sind förderlich für die ökonomische Zusammenarbeit mit seinen Nachbarstaaten. Zudem schützen sie die Wirtschaft des Emirats gegenüber schädlichen Entwicklungen.
Die Qatar Central Bank wurde 1993 gegründet und ersetzte die Qatari Monetary Authority, die 1973 gebildet wurde. Zu den Aufgaben der Bank gehört es, den katarischen Finanzmarkt zu organisieren, zu kontrollieren und zu stabilisieren. Seit 1995 hat die Bank Zinsraten liberalisiert, wodurch Handelsbanken selbst Zinsobergrenzen festlegen konnten. Es gibt über 37 Banken in Katar, darunter sowohl katarische als auch andere arabische und ausländische Kreditinstitute.

Wirtschaft

Eine von Katars höchsten Prioritäten ist es, die wirtschaftliche Entwicklung mit Augenmaß fortzuführen, insbesondere in ökonomisch sehr erfolgreichen Zeiten. Die Qatar National Vision 2030 beschreibt drei große und miteinander verbundene Ziele, die Katars nationale und internationale Politik in den kommenden Jahrzehnten prägen werden:

  • Den hohen Lebensstandard der katarischen Bürger sichern
  • Kapazitäten für Innovationen und Unternehmertum stärken und ausbauen
  • Ökonomische Ergebnisse mit wirtschaftlicher und finanzieller Sicherheit in Einklang bringen

Um diese Ziele zu erreichen, sind in der National Economic Strategy 2011-2016 eine Reihe von Projekten benannt, die Katars Transformation in eine nachhaltigere und wohlhabendere Wirtschaft bewirken sollen:

  • Katars Produktivitätsbasis stärken
  • Ökonomische Stabilität erhöhen
  • Technische Effizienz steigern
  • Ökonomische Vielfalt fördern

Katars Produktivitätsbasis stärken

„Produktivitätsgrundlage“ umfasst den Gesamtwert der Ressourcen, Institutionen, Infrastruktur und Arbeitskraft einer Wirtschaft: Je stärker und stabiler die Produktivitätsbasis ist, desto mehr Möglichkeiten stehen für Bürger aller gesellschaftlichen Schichten zur Verfügung.
Momentan fußt Katars Wirtschaft hauptsächlich auf seinen Ressourcen Öl und Gas. Betrachtet man die Wirtschaftsleistung abzüglich der Gewinne aus fossilen Brennstoffen, zeigt sich jedoch ein Defizit von 9,2% (Stand 2009). Zwar schrumpft diese Zahl, die Anpassung der Wirtschaft an die Anforderungen des modernen globalen Energiemarkts ist allerdings noch nicht abgeschlossen und gehört zu den wichtigsten Zielen.

Ökonomische Stabilität erhöhen

Auf politischer Ebene werden eine Reihe von Schritten unternommen, um die ökonomische Stabilität zu erhöhen. Diese beinhalten:

  • Effiziente und fortschrittliche Kostenplanung auf nationaler Ebene
  • Reformierung von Katars Zentralbankensystem
  • Aufbau starker Verbindungen zwischen öffentlichem und privatem Sektor mittels eines öffentlichen Investitionsprogramms
  • Aufbau eines Kreditmanagements im Finanzministerium
  • Größere finanzielle Liquidität durch breit gefächerte Investitionen

Technische Effizienz steigern

Ressourcen auf der institutionellen Ebene effizienter zu nutzen hat nachweislich einen positiven Effekt auf den finanziellen Erfolg und die Produktivität. Deshalb hat Katar 65 Milliarden Dollar in die Infrastrukturentwicklung bis 2016 investiert. Dies schließt zum Beispiel folgende Projekte ein:

  • Wasseraufbewahrung steigern
  • Energieverbrauch reduzieren
  • Transportkapazitäten und Schifffahrtswege erweitern
  • Landnutzung reformieren

Ökonomische Vielfalt fördern

Eine vielfältige Ökonomie schafft Arbeitsplätze und Möglichkeiten für kommende Generationen. Sie ist weniger anfällig für Auf- und Abschwünge von Öl- und Gaspreisen. Es bedarf weitreichender kultureller und institutioneller Veränderungen der katarischen Gesellschaft, um Wachstum und Zukunftschancen abseits der fossilen Brennstoffe zu erreichen.
Es wird eine der größten Initiativen der kommenden Jahre sein, eine stark unternehmerisch ausgerichtete Kultur aufzubauen. Momentan stellen kleine und mittelständische Unternehmen nur 15% der katarischen Wirtschaft. Enterprise Qatar, eine neu gestartete Initiative, wurde geschaffen, um die Zahl der leistungsbasierten Subventionen und aufstrebenden Unternehmen zu erhöhen.
Eine andere Priorität ist es, hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen; die aktuelle Zunahme arbeitsintensiver, geringbezahlter Stellen beschränkt die Möglichkeiten der katarischen Bürger. Eine Kultur der Forschung und Entwicklung wird Fremdinvestitionen anziehen und weitere Stellen für ausgebildete Kataris schaffen, die sonst im Ausland oder im öffentlichen Sektor arbeiten würden. Zuletzt investierte Katar 2,8% seines Bruttoinlandsprodukts in die Unterstützung von Forschungsinitiativen. Darunter u. a.:

  • Die Qatar Foundation, die den Zugang zu Bildung erleichtert und wissensbasierte Unternehmungen unterstützt
  • Qatar Science und Technology Park – eine innovative, multidisziplinäre Forschungsumgebung, die Zusammenarbeit über traditionelle Forschungsgrenzen hinaus fördert.

2022 und darüber hinaus

Die FIFA Weltmeisterschaft 2022 bietet viele wirtschaftliche und kulturelle Chancen für Katar. In den Jahren 2011-2016 liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt darauf, die notwendigen institutionellen Strukturen aufzubauen und die Grundlage weitreichender Infrastrukturprojekte zu legen. In den darauffolgenden Jahren geht Katar die WM-Großprojekte in Einklang mit der National Vision 2030 an, um nicht nur ein sportlich, sondern auch ökonomisch nachhaltiges Turnier zu veranstalten.