Außenpolitik


Beziehungen zu den Staaten in der Golfregion

Auf regionaler Ebene ist Katar bestrebt, die Grundlagen für Sicherheit und Frieden zu schaffen und den Golf-Kooperationsrat (GCC) als Mechanismus der Zusammenarbeit zu stärken. Über den GCC soll die Kooperation zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten in allen Bereichen und in Fragen, die für den GCC von Interesse sind, weiter vertieft werden.

Beziehungen zur Arabischen Welt

Als arabischer Staat hat Katar stets die Bemühungen der Arabischen Liga unterstützt, Differenzen auf einer realistischen und objektiven Grundlage zu beheben, eine Aussöhnung zwischen den arabischen Staaten zu erzielen und die Solidarität hinsichtlich der gemeinsamen arabischen Ziele zu stärken.
Katar unterstreicht die Bedeutung eines israelischen Rückzugs aus allen im Jahre 1967 besetzten arabischen Gebieten, im Besonderen aus Al Quds/Jerusalem, von den Golan-Höhen und aus dem Südlibanon. Katar tritt dafür ein, dass die legitimen nationalen Rechte der Palästinenser wieder zur Geltung kommen.
Was die Bereitstellung humanitärer Hilfen angeht, so hat Katar medizinische, materielle und finanzielle Unterstützung in vielen arabischen und islamischen Staaten geleistet.

Beziehungen zur islamischen Welt

Katar sieht einer engeren Zusammenarbeit mit islamischen Ländern und Völkern mit Freude entgegen. Im Hinblick darauf hat Katar bilaterale Versöhnungsgespräche und Konferenzen ausgerichtet, die zur Vertiefung der Beziehungen zwischen den islamischen Staaten beitragen sollten.
Katars Stellung in der islamischen Welt ist auf regionaler und internationaler Ebene durch die Ausrichtung der 9. Islamischen Gipfelkonferenz im Jahr 2000 gestärkt worden sowie durch die Wahl Seiner Hoheit, Scheikh Hamad bin Khalifa Al Thanis, zum Vorsitzenden der Islamischen Weltkonferenz (ICO) für die Dauer von drei Jahren. Der Vorsitz bei der 9. Islamischen Gipfelkonferenz war überaus erfolgreich und hat Katars dynamisches Auftreten auf regionaler und internationaler Ebene unterstrichen.

Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft

In der Außenpolitik Katars wird die Bedeutung friedlicher Mittel bei der Beilegung von Konflikten hervorgehoben. Katar verurteilt jegliche Form von Gewalt und Terrorismus. Gleichzeitig aber muss zwischen Terrorismus und dem legitimen Kampf eines Volkes für Freiheit und Selbstbestimmung unterschieden werden, der mit dem internationalen Recht übereinstimmt.
In Anerkennung der Rolle Katars und des positiven Beitrags des Emirats zu den Friedensbemühungen hat die multilaterale Arbeitsgruppe über Rüstungskontrolle und regionale Sicherheit (ACRS) 1994 entschieden, in Katar ein Zentrum für regionale Sicherheit einzurichten, das der Konfliktvermeidung dienen soll. Im März 1995 wurde Katar der stellvertretende Vorsitz beim Weltgipfel für Soziale Entwicklung in Kopenhagen angetragen; 2001 wurde Katar einer der vier auf Asien entfallenden Sitze im Wirtschafts- und Sozialausschuss der Vereinten Nationen zugesprochen.
Katar leistet humanitäre Unterstützung in vielen arabischen und befreundeten Staaten. Im Rahmen des wohltätigen Engagements Seiner Hoheit, des Emirs, für Al Quds (Jerusalem-Stiftung) wurde im Januar 2002 ein 64 Mio. Riyal (QR) teures Handelszentrum in Katar eingerichtet, dessen Einnahmen wohltätigen Projekten in den Bereichen Gesundheit, Ausbildung, humanitäre Hilfe und Sozialwesen in Jerusalem zukommen sollen. Zur Unterstützung arabischer Staaten und von Entwicklungsländern wurde 2002 der mit einem Grundkapital von 1 Mrd. Riyal ausgestatteter Entwicklungsfonds gegründet.
Eine Einheit der katarischen Armee gehörte den UNIFIL-Truppen der Vereinten Nationen an, die die Umsetzung von UN-Resolution 1701 im Libanon unterstützen und zum Frieden in der Region beitragen sollte.