Verfasst am Mrz 31, 2015 in Allgemein

SH der Emir: „Wir investieren, weil wir Vertrauen in die indische Wirtschaft haben“

SH der Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani spielt eine zentrale Rolle in internationalen Angelegenheiten – als Vorsitz der Schlichtungsgespräche zwischen Afghanistan und der von Pakistan unterstützten Taliban sowie als aktives Mitglied der von den USA geführten Koalition gegen den IS.
Als erstes arabisches Oberhaupt, der mit der Modi-Regierung Gespräche führt, nahm sich SH Scheich Tamim Zeit für ein Interview mit der Indian Times. In seinem bisher ersten Interview spricht er über Investitionen in Indien, über Terrorismusbekämpfung und die Fußball-Weltmeisterschaft.

Die Beziehung zwischen Katar und Indien ist nicht ausschließlich auf das Gasgeschäft begrenzt. Sie geht weit darüber hinaus. In Katar arbeiten um die 631.000 Inder, von Arbeitern zu Doktoren und Ingenieuren. „Wir verdanken dem Land Indien viel. Es unterstützt uns seit vielen Jahren bei der Entwicklung“, betonte SH der Emir. Und weil Katar der indischen Wirtschaft vertraut, wird dort investiert.

Vorausblickend auf das politische Gespräch mit Indien, will SH der Emir die aktuelle Situation in diesem Gebiet diskutieren. Regierungen sind im Umschwung, der arabische Frühling begann vor fünf Jahren und dauert bis heute an. Auch die Probleme mit terroristischen Bewegungen sollen angesprochen werden.

Im Fall Syrien vertritt SH der Emir eine komplett andere Meinung als das Regime von Bashar al Assad. Dieser attackierte sein eigenes Volk mit Waffen und tötete viele dabei. Auch die verbreitete Sichtweise, das Problem liege ausschließlich zwischen Terrororganisationen und dem Regime, kritisiert SH der Emir. „Es stehen Millionen von Menschen dazwischen. Viele dieser Terrororganisationen wachsen aufgrund des wirtschaftlichen Zerfalls in Syrien. Was erwarten Sie, wenn Menschen auf die Straße gehen, um zu demonstrieren und dort mit Chemiewaffen und Bomben attackiert werden. In solch einer Atmosphäre werden die Menschen zu Kämpfern und Extremisten“, beklagt SH der Emir.
Der einzige Ausweg sei laut SH dem Emir eine friedliche Lösung ohne dem jetzigen Präsidenten Assad.

Hinsichtlich der Finanzierung von Terrororganisationen sagte SH der Emir, dass „wir in Katar, das kann ich Ihnen versichern, unser Bestmöglichstes tun die Unterstützung von Terrororganisationen zu verhindern, auch mit Hilfe von Gesetzen.“

Zum Thema Arbeitsbedingungen in Verbindung mit der Weltmeisterschaft, bekräftigte SH der Emir, dass Katar einen äußerst strikten Umgang mit dem Arbeitergesetz pflegt. „Wir sind strikt mit Arbeitgebern. Viele Länder haben einen falschen Umgang mit den Arbeitergesetzen. Wir in Katar verändern die Gesetze, um die Bedingungen zu verbessern. Mit Erfolg.“

Seit mehreren Jahren ist Katar Gastgeber von großen Sportveranstaltungen. Es gibt einen nationalen Sporttag in Katar und auch SH der Emir ist ein großer Fan von Sport.